UngarnGeschlossenIch war die letzten Tage in Ungarn. Für Hilfe für die Flüchtlinge aus Syrien und anderen geschundenen Ländern. Im Auftrag von Caritas Schweiz, Österreich und Deutschland. Seit dem 15. September ist Ungarn nun geschlossen. Ein Zaun, viel Stacheldraht, Polizei und Militär sichern die Grenze mit Serbien. Von dort kommt die Gefahr, kommen die Flüchtlinge, die Völker aus dem Orient, auf der Flucht vor ihren Tyrannen, auf dem Weg nach Europa, nach Deutschland vor allem. Für die ungarische Politik, die grad das Sagen hat, ist dies offenbar die grösste Bedrohung des Landes seit dem Einmarsch der Russen im Herbst 1956. Dass damals Hunderttausende Ungarn ebenfalls nach Westen flohen und mit offenen Armen aufgenommen wurden, ist vorbei und vergessen; alte Kamellen.
Bis zum 15. September durchquerten zigtausende Flüchtlinge aus Syrien, aber auch aus Irak, Afghanistan, Pakistan, Libyen und Nigeria das Land. Die meisten blieben tagelang im ungarisch-serbischen und dem ungarisch-österreichischen Grenzland sowie am Budapester Ostbahnhof Keleti hängen.
Seit dem 15. September ist Ungarn geschlossen und ich wieder in der Schweiz. Vorläufig. Die Hilfe muss jetzt neu organisiert werden. Auf welchen Routen, durch welche Länder werden die Flüchtlinge jetzt kommen? Wie werden diese Länder – im Moment Kroatien und Slowenien, bald vielleicht auch andere – damit umgehen. Wo wird jetzt sofort, aber auch morgen und übermorgen Hilfe benötigt? Ich bleibe dran. Sie gerne auch.

Written by Fred