Moria brennt (wieder)

Im Spätsommer 2015 reiste ich zum ersten Mal in humanitärer Mission nach Lesbos. Das offizielle Flüchtlingscamp stand damals im Aufbau, noch nicht in Moria, sondern in Kara Tepe, keine Viertelstunde Fahrzeit nördlich der Haupstadt Mytilini, direkt am Strand. In Moria, ein paar Kilometer weiter im Landesinnern, entstand damals ein kleineres informelles Lager auf einem früheren Militärgelände.

Moria, 2. Februar 2016 (Foto: Fred Lauener)

Seit ab März 2016 die Flüchtlinge nicht mehr auf das griechische Festland gebracht werden durften, baute die Europäische Union Moria zu einem sogenannten „Erstregistrierungszentrum“ aus. In Kara Tepe wurden seither fast nur noch gemeinsam reisende Familien untergebracht. Seit dieser Zeit ist Moria eine Hölle auf Erden und Sinnbild für die grösste Schande Europas seit Gründung der EU. Die in viel zu grosser Zahl auf engstem Raum zusammengepferchten Menschen vegetieren in dem Lager unter unvorstellbaren menschenunwürdigen Bedingungen. Vor genau vier Jahren, im September 2016, zerstörte schon einmal ein Brand mehr als die Hälfte des Geländes und das wenige Hab und Gut der Gestrandeten.

Moria, 9. September 2020 (Foto: Thanasis Voulgarakis)

Letzte Nacht brannte es wieder in Moria. Das war kein bedauerliches Unglück. Und es spielt auch keine Rolle, welche direkte Ursache der Brand hatte. Das neue Leid, das gestern Nacht über die Menschen auf Lesbos kam, war leider absehbar. Das Feuer von Moria ist vor allem ein weiteres Mahnmal unseres Versagens als menschliche Wesen.

Moria, 9. September 2020 (Foto: Facebookseite der NGO ‚Stand by me Lesvos“)

Als wäre es gestern passiert

Vor fünf Jahren bebte in Nepal die Erde und brachte viel Leid über unzählige Familien. Die Erinnerung an die Ereignisse und Hilfsprojekte im abgelegenen Berggebiet des Distrikts Sindhupalchok im Nordosten des Landes (insbesondere den raschen Wiederaufbau von Schulen) ist so frisch, als wäre alles gestern passiert. Auch 2015 war der 7. Juni übrigens ein Sonntag.

Ein Winzling zwingt mich ins Homeoffice

Keine beruflichen Reisen, abgesagte Projekte, keine persönlichen Begegnungen mehr. Das Coronavirus zwingt mich ins virtuelle Homeoffice. Immerhin, ich bin gesund und habe einen Garten, der die ausserordentliche Situation gut erträglich macht. Und ja: ich habe neue freie Termine. Kontaktieren Sie mich ungeniert.