Communication oder Communications?

Wie schreiben Sie „Kommunikation“ auf Englisch? Communications, also mit ’s‘ am Ende, oder ohne ’s‘, also Communication? Wir schreiben es ohne ’s‘ und werden deshalb gelegentlich – auch von Communication(s)-Profis – belehrt, dass das falsch sei. Kommunikation sei ein vielfältiges Geschäft, das ’s‘ würde das ausdrücken.

Zum Mitschreiben, liebe Kolleginnen und Kollegen: You are wrong.

Weil uns aber immer wieder PR-, Werbe- oder Marketingagenturen mit ’s‘ auffallen, hier ein kleiner Crashkurs.

Erstens. Das da ist Communication, ohne ’s‘:

Communication ist, was wir tun: Die Verbreitung und den Austausch von Nachrichten, Informationen, Botschaften durch Menschen und alles, was sie ausmacht; Herz, Hirn, Seele, Bauch, Hände und Füsse.

Zweitens. Communications, mit ’s‘:

Communications ist das System, die Technologie, die wir für die Verbreitung und den Austausch von Nachrichten, Informationen, Botschaften nutzen. Das Telefon, der Telefax (okay, der vielleicht nicht mehr so oft), das Radiogerät, der Fernseher, der Computer, die Kabel, der Wireless-Router, die Antennen und so weiter.

Können wir uns darauf einigen?

Vor Publikum überzeugen? Der Spickzettel.

Das Fernsehen hat angerufen und Sie in eine Livedebatte eingeladen. Die Zeitung will ein Interview mit Ihnen. Man will sie auf einem öffentlichen Podium. Alles gute Gelegenheiten, für Ihre Anliegen und Ansichten zu werben. Die Zustimmung dafür gibt es aber nicht gratis. Um das Publikum zu gewinnen, muss Ihr Auftritt sitzen.
Öffentliche Auftritte üben, lohnt sich. Rufen Sie uns an. Was wir mit Ihnen trainieren, steht auf diesem Spickzettel.

P.S. Wir analysieren auch Auftritte, damit es beim nächsten Mal noch besser klappt.

Teamspirit

Kurzreise nach Delhi. IZA-Profis aus Indien, Bangladesch, Nepal, Kambodscha und Tadschikistan haben sich eine Woche lang mit sozialen und politischen Entwicklungen in Zentral- und Südasien auseinandergesetzt, Trends analysiert und Handlungszenarien entworfen.

Dann hat es noch für den Besuch einer Veranstaltung des indischen Forums der Hausangestellten gereicht. Fast jede Familie in Indien, die es sich leisten kann, hält Hauspersonal, meistens Frauen. Die Arbeits- und Lebensbedingungen der Hausgangestellten sind oft sehr schlecht. Das Forum ist eine Art Gewerkschaft, gegründet und geleitet von (ehemaligen) Hausangestellten, welche den Hausangestellten zur Anerkennung als Berufsstand und damit zu mehr Rechten verhelfen wollen.

Wie nach Hause kommen

Liebe alle, ich bin im schönen Bosnien. Bosnien-Herzegowina. Endlich wieder einmal. Neben meinem offiziellen Reiseprogramm reichte es auch für den einen oder anderen freundschaftlichen Besuch. Bei den ehemaligen Kolleginnen und Kollegen an der Schweizer Botschaft zum Beispiel. Die einheimischen KollegInnen sind fast alle noch da. Das spricht für die Botschaft als Arbeitgeberin. Fast zwanzig Jahre sind es her, seit wir gegen Ende des Krieges zusammen humanitäre Hilfe leisteten und beim beginnenden Wiederaufbau des Landes mithalfen. Liebe Grüsse aus Sarajevo, von Fred Lauener.

Auf dem Spaziergang durch das Zentrum von Sarajevo komme ich an der Nationalgalerie vorbei, die damals, Ende der Neunziger Jahre, unmittelbar nach Kriegsende, eines der süssesten pièces de résistance unserer Arbeit war.

Was in Sarajevo den Abschied leicht macht, ist dieser Brunnen. Wer von ihm trinke, heisst es, kehre zurück in die magische Stadt.

Stimmt.

Der Mond von Bethlehem

Liebe Grüsse von Fred Lauener aus Palästina. Diese Woche lasse ich mich im Westjordanland und der schönen Stadt Jerusalem über Projektfortschritte informieren, diskutiere offene Fragen und verhandle über nächste Schritte, Budgets und Kommunikationslinien. Die Reise führt mich in einen Traumatherapie-Lehrgang an einer Universität, in zwei Primarschulen, in ein landwirtschaftliches Forschungslabor und in ein aufstrebendes Fairtradeprojekt.

Heute war ein langer Tag. Jetzt ist Feierabend. In meiner Unterkunft in Bethlehem büschele ich noch kurz meine heutigen Notizen und lasse dann in Gedanken nochmals den gestrigen Abend an mir vorbeiziehen. Gestern war ich bei einer befreundeten einheimischen Familie zum Essen auf der Terrasse ihres Hauses in der hochgelegenen Altstadt, hier in Bethlehem, eingeladen. Der Blick von dort über die Stadt ist wundervoll. Und als die Sonne unterging, ist zwar nicht der Stern, aber der Vollmond aufgegangen. Zu dem Läuten der Kirchenglocken und dem Gesang des Muezzins, die beide gleichwertig zu dieser Stadt gehören.

Erdbeben Italien: Aus den Medien aus dem Sinn

Lokaltermin in Mittelitalien, acht Monate nach den Erdbeben im letzten Sommer und nur fünf Autostunden von der Schweizer Grenze. Wir evaluieren Möglichkeiten, wie den am stärksten Betroffenen nun endlich wirksam und unbürokratisch geholfen werden kann.

Das alte Wohnzimmer ohne Wände und Decke, oben-rechts im Bild, steht sinnbildlich für den Schlendrian der italienischen Behörden. Von Wiederaufbau ist noch immer weit und breit keine Spur. Ein paar versprengte Soldaten sichern den Zugang zu einsturzgefährdeten Orten. Die Bauern haben sich längst selber geholfen. So konnte immerhin das Vieh den Winter einigermassen überstehen. Gespenstisch ruhig ist es hier. Läden und Gewerbebetriebe sind immer noch geschlossen. Jobs gibt es keine. Die aus den zerstörten Wohnungen vertriebenen Menschen harren entweder noch immer in temporären Unterkünften in der weiteren Umgebung, oder sie hausen in Wohnwagen oder den wenigen provisorischen Unterkünften, die seither bereit gestellt wurden.

Wiedersehen im Kosovo

Liebe frühere Kolleginnen im Kosovo. Nach einem Workshop gestern in der Stadt Prizren, hatte ich heute Zeit und besuchte euch, mein ehemaliges Team in Pristina, zum ersten Mal nach über 15 Jahren. Herzlichen Dank für den schönen Empfang in der Schweizer Botschaft. Ihr seid immer noch grossartig. Herzlich, Fred Lauener

P.S.: Damals, 1999 und 2000, gingen wir nach der Arbeit hierhin:

Heute steht an dem Ort, was denn sonst, ein Döner…