Communication oder Communications?

Wie schreiben Sie „Kommunikation“ auf Englisch? Communications, also mit ’s‘ am Ende, oder ohne ’s‘, also Communication? Wir schreiben es ohne ’s‘ und werden deshalb gelegentlich – auch von Communication(s)-Profis – belehrt, dass das falsch sei. Kommunikation sei ein vielfältiges Geschäft, das ’s‘ würde das ausdrücken.

Zum Mitschreiben, liebe Kolleginnen und Kollegen: You are wrong.

Weil uns aber immer wieder PR-, Werbe- oder Marketingagenturen mit ’s‘ auffallen, hier ein kleiner Crashkurs.

Erstens. Das da ist Communication, ohne ’s‘:

Communication ist, was wir tun: Die Verbreitung und den Austausch von Nachrichten, Informationen, Botschaften durch Menschen und alles, was sie ausmacht; Herz, Hirn, Seele, Bauch, Hände und Füsse.

Zweitens. Communications, mit ’s‘:

Communications ist das System, die Technologie, die wir für die Verbreitung und den Austausch von Nachrichten, Informationen, Botschaften nutzen. Das Telefon, der Telefax (okay, der vielleicht nicht mehr so oft), das Radiogerät, der Fernseher, der Computer, die Kabel, der Wireless-Router, die Antennen und so weiter.

Können wir uns darauf einigen?

Vor Publikum überzeugen? Der Spickzettel.

Das Fernsehen hat angerufen und Sie in eine Livedebatte eingeladen. Die Zeitung will ein Interview mit Ihnen. Man will sie auf einem öffentlichen Podium. Alles gute Gelegenheiten, für Ihre Anliegen und Ansichten zu werben. Die Zustimmung dafür gibt es aber nicht gratis. Um das Publikum zu gewinnen, muss Ihr Auftritt sitzen.
Öffentliche Auftritte üben, lohnt sich. Rufen Sie uns an. Was wir mit Ihnen trainieren, steht auf diesem Spickzettel.

P.S. Wir analysieren auch Auftritte, damit es beim nächsten Mal noch besser klappt.

Volksbrauch Metzgete: Dem Schwein zur Ehre

In einer Studie erklärt die Weltgesundheitsorganisation WHO verarbeitetes Fleisch zur cibaria non grata. Die Meldung erwischt uns auf dem falschen Fuss. Denn es wird gerade Herbst. Sauerkraut, Speck und Wurst übernehmen demnächst die Regentschaft. Auf dem Land bitten die Wirtsleute zur Metzgete. Wie seit der Zeit unserer Vorfahren. Hier geht es zu einem älteren, aber immer noch gültigen Text über einen schönen Volksbrauch.

Wie nach Hause kommen

Liebe alle, ich bin im schönen Bosnien. Bosnien-Herzegowina. Endlich wieder einmal. Neben meinem offiziellen Reiseprogramm reichte es auch für den einen oder anderen freundschaftlichen Besuch. Bei den ehemaligen Kolleginnen und Kollegen an der Schweizer Botschaft zum Beispiel. Die einheimischen KollegInnen sind fast alle noch da. Das spricht für die Botschaft als Arbeitgeberin. Fast zwanzig Jahre sind es her, seit wir gegen Ende des Krieges zusammen humanitäre Hilfe leisteten und beim beginnenden Wiederaufbau des Landes mithalfen. Liebe Grüsse aus Sarajevo, von Fred Lauener.

Auf dem Spaziergang durch das Zentrum von Sarajevo komme ich an der Nationalgalerie vorbei, die damals, Ende der Neunziger Jahre, unmittelbar nach Kriegsende, eines der süssesten pièces de résistance unserer Arbeit war.

Was in Sarajevo den Abschied leicht macht, ist dieser Brunnen. Wer von ihm trinke, heisst es, kehre zurück in die magische Stadt.

Stimmt.

Der Mond von Bethlehem

Liebe Grüsse von Fred Lauener aus Palästina. Diese Woche lasse ich mich im Westjordanland und der schönen Stadt Jerusalem über Projektfortschritte informieren, diskutiere offene Fragen und verhandle über nächste Schritte, Budgets und Kommunikationslinien. Die Reise führt mich in einen Traumatherapie-Lehrgang an einer Universität, in zwei Primarschulen, in ein landwirtschaftliches Forschungslabor und in ein aufstrebendes Fairtradeprojekt.

Heute war ein langer Tag. Jetzt ist Feierabend. In meiner Unterkunft in Bethlehem büschele ich noch kurz meine heutigen Notizen und lasse dann in Gedanken nochmals den gestrigen Abend an mir vorbeiziehen. Gestern war ich bei einer befreundeten einheimischen Familie zum Essen auf der Terrasse ihres Hauses in der hochgelegenen Altstadt, hier in Bethlehem, eingeladen. Der Blick von dort über die Stadt ist wundervoll. Und als die Sonne unterging, ist zwar nicht der Stern, aber der Vollmond aufgegangen. Zu dem Läuten der Kirchenglocken und dem Gesang des Muezzins, die beide gleichwertig zu dieser Stadt gehören.

Wiedersehen im Kosovo

Liebe frühere Kolleginnen im Kosovo. Nach einem Workshop gestern in der Stadt Prizren, hatte ich heute Zeit und besuchte euch, mein ehemaliges Team in Pristina, zum ersten Mal nach über 15 Jahren. Herzlichen Dank für den schönen Empfang in der Schweizer Botschaft. Ihr seid immer noch grossartig. Herzlich, Fred Lauener

P.S.: Damals, 1999 und 2000, gingen wir nach der Arbeit hierhin:

Heute steht an dem Ort, was denn sonst, ein Döner…

Griechischer Herbst

Wir sind zurzeit oft in Griechenland. Zuerst im Norden, an der mazedonischen Grenze, dann in Athen, jetzt vor allem auf Lesbos. Bei gutem Wetter sieht man von hier die nahe türkische Küste. Gestern sind auf der Überfahrt von dort wieder Flüchtlingsboote gekentert. Es kamen Menschen ums Leben. Kinder. Und Eltern von Kindern, die jetzt keine Eltern mehr haben. Es wäre ganz einfach gewesen, diese Leben zu retten. Mit regulären Fähren für Flüchtlinge von der Türkei nach Griechenland. Denn ab Griechenland sind die Transporte bis zur nächsten Grenze ja auch organisiert. Eine sichere Überfahrt will die Politik aber offensichtlich nicht. Damit spielt sie den illegalen Schlepperbanden in die Hände. Für die sind die Flüchtlinge ein mörderisch gutes Geschäft.

Das Versagen der Politik wird zu noch mehr Unfällen und Toten führen. Schon bald. Spätestens dann, wenn das Wetter und das Meer im Winter unberechenbar werden. Und wir stehen jetzt im Oktober.

Auf Lesbos versuchen wir, für die kalten Monate wintersichere Unterkünfte für die meistgefährdeten Flüchtlinge zu organisieren. Dafür verhandeln wir mit UN-Organisationen, lokalen Hilfswerken und wichtigen Vertretern der griechischen Wirtschaft, insbesondere aus dem Tourismus- und Hotelgewerbe. Im Winter stehen viele Hotels und Resorts auf den ägäischen Inseln leer. Sie in dieser Zeit für die Unterbringung von Flüchtlingen zu nutzen, ist auch für diese Betriebe gut, schafft Umsatz, Arbeitsplätze und Einkommen. Die ansässige Bevölkerung, ihre Wirtschaft und damit den lokalen Arbeitsmarkt in die Flüchtlingshilfe einzubeziehen und daran zu beteiligen, ist wichtig für den Erhalt der Solidarität der einheimischen Bevölkerung und der Akzeptanz der Flüchtlinge. Denn nicht vergessen: den Griechinnen und Griechen geht es selber nicht gut. Die Spuren der schweren Finanzkrise und ihrer sozialen Folgen sind hier auf Schritt und Tritt sichtbar.