Lisetta und Tom

Menschen sterben nicht weit von hier
Man wirft Bomben auf sie nieder
Vom Frieden aber träumten wir
Sagten Nein zum Krieg: Nie wieder

Aus unsern Träumen aufgewacht
Wir fühlen Trauer, Wut und Scham
Wir fragen uns, wer sowas macht
Und wie es wieder soweit kam

Was ist der Grund für dieses Leid     
Was die Schuld auch von uns allen
Dass schöne Worte uns und Schneid
Immer wieder gut gefallen?

Menschen glauben gern dem Teufel
Und heben diesen auf den Schild
Erst viel später kommen Zweifel
Und man sieht Risse in dem Bild

Dann schalten wir das Radio aus
Weil dieses uns nur deprimiert
Wir brauchen Fröhlichkeit im Haus
Gerade, wenn soviel passiert

Der Reiz von aussen fehlt uns schnell
Und wir greifen in die Tasche
Das Telefon schreit laut und hell
Ein Land liegt in Schutt und Asche

Auch unsere Regierung spricht
Sie warnt uns vor schweren Zeiten
Es sei uns allen erste Pflicht
Dass auch wir uns vorbereiten

Das Öl wird knapp, der Strom geht aus
Vorbei sind die fetten Jahre
Lisetta sorgt sich um ihr Haus
Sanft streicht Tom ihr durch die Haare

Er schaut sie an und fragt sie dann
Was unsern Kindern wohl noch bleibt
Lisetta sagt zu ihrem Mann
Hilf auch du, sie nicht zu hindern

Das Gute darf nicht aus der Welt
Und die Liebe ganz entschieden
Küss mich nochmal, denn das gefällt
Mir, der Hoffnung und dem Frieden