Als wäre es gestern passiert

Vor fünf Jahren bebte in Nepal die Erde und brachte viel Leid über unzählige Familien. Die Erinnerung an die Ereignisse und Hilfsprojekte im abgelegenen Berggebiet des Distrikts Sindhupalchok im Nordosten des Landes (insbesondere den raschen Wiederaufbau von Schulen) ist so frisch, als wäre alles gestern passiert. Auch 2015 war der 7. Juni übrigens ein Sonntag.

Erdbeben Italien: Aus den Medien aus dem Sinn

Lokaltermin in Mittelitalien, acht Monate nach den Erdbeben im letzten Sommer und nur fünf Autostunden von der Schweizer Grenze. Ich evaluiere Möglichkeiten, wie den am stärksten Betroffenen wirksam und unbürokratisch geholfen werden kann.

Das alte Wohnzimmer ohne Wände und Decke, oben-rechts im Bild, steht sinnbildlich für den Schlendrian der italienischen Behörden. Von Wiederaufbau ist noch immer weit und breit keine Spur. Ein paar versprengte Soldaten sichern den Zugang zu einsturzgefährdeten Orten. Die Bauern haben sich längst selber geholfen. So konnte immerhin das Vieh den Winter einigermassen unbeschadet überstehen. Gespenstisch ruhig ist es hier. Läden und Gewerbebetriebe sind immer noch geschlossen. Jobs gibt es keine. Die aus den zerstörten Wohnungen vertriebenen Menschen harren entweder noch immer in temporären Unterkünften in der weiteren Umgebung, oder sie hausen in Wohnwagen oder den wenigen provisorischen Unterkünften, die seither bereit gestellt wurden.

Hundert Schulen für Sindhulpalchok

Diesen Frühling bebte in Nepal immer wieder die Erde. Das stärkste Beben am 25. April erreichte Magnitude 7.8 und war spürbar bis Nordindien, Tibet, China, Pakistan und Bangladesch. Fast 9000 Menschen starben, unzählige Familien verloren ihr Haus und ihr Auskommen. Ich war sechs Wochen in Nepal und koordinierte die Hilfe eines Schweizer Hilfswerks. Gegen hundert provisorische Schulen, in sechs teilweise komplett zerstörten Gemeinden, konnten in dieser Zeit, rechtzeitig vor dem grossen Regen, gebaut, hergerichtet und den Kindern und ihren Lehrerinnen und Lehrern übergeben werden. Damit ist wieder ein Stück normaler Alltag zurückgekehrt. Fast viertausend Familien in abgelegenen Dörfern erhielten ausserdem starkes Wellblech, um ihre schwer beschädigten Häuser decken zu können und sich selber so bis zum definitiven Wiederaufbau nach dem Monsun vor Wind und Wetter zu schützen.